Hier findet ihr Texte österreichischer Kommunist:innen, Organisationen und Zeitschriften aus verschiedenen Epochen.

Alfred Klahr
Alfred Klahr (1904–1944) war ein kommunistischer Journalist, antifaschistischer Widerstandskämpfer und KPÖ-Mitglied ab 1924. Er arbeitete als Journalist in Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und der Sowjetunion. Von 1932 bis zum Verbot der Partei im Jahr 1933 war er stellvertretender Chefredakteur der Parteizeitung Rote Fahne. Nach dem Februaraufstand der österreichischen Arbeiter:innen gegen den Faschismus wurde er mehrmals inhaftiert. Er emigrierte in die Sowjetunion, wo er als Lektor tätig war. Ab 1938 arbeitete er in verschiedenen österreichischen antifaschistischen Widerstandsgruppen in mehreren Ländern. Gemeinsam mit Genoss:innen wurde er 1940 in Belgien von deutschen Einheiten festgenommen und nach Frankreich verlegt, konnte dort jedoch entkommen. 1941 wurde er in der Schweiz festgenommen und an das faschistische Vichy-Frankreich ausgeliefert. Von dort aus gelangte er aufgrund seiner jüdischen Herkunft in das deutsche Lagersystem und wurde nach Polen deportiert. Von 1943 bis 1944 war er im KZ Auschwitz inhaftiert, aus dem ihm erneut die Flucht gelang. Er versuchte, Verbindungen zwischen dem Widerstand im KZ, dem polnischen Widerstand und der Roten Armee herzustellen. Er konnte sich bis nach Warschau durchschlagen, wurde dort jedoch von SS-Einheiten aufgegriffen und ermordet. Er begründete die These von einer eigenen österreichischen Nation.
- Zur österreichischen Nation (Sammelband 1994)
- Zum 100. Geburtstag und zum 60. Todestag: Der theoretische Begründer der „österreichischen Nation“, Dr. Alfred Klahr, 1904 – 1944
Marxistisch-Leninistische Partei Österreichs
Die MLPÖ war eine von 1967 bis 2016 bestehende, antirevisionistische Organisation. Sie entstand ab 1963 aus Gegnern des Kurses der KPÖ und entwickelte sich über interne Plattformen und Veröffentlichungen der KPÖ bis 1965 zu einer eigenen Gruppe (Marxisten-Leninisten Österreichs). 1967 erfolgte die offizielle Gründung als eigene Partei. Die MLPÖ bzw ihre Vorläufer gaben von 1963 an bis mindestens bis 2006 die Zeitung „Rote Fahne“ heraus. Die MLPÖ lehnte die Linie Deng Xiaopings ab und orientierte sich zunächst an Enver Hoxha und der albanischen Partei der Arbeit, bis sie sich von dieser wegen ihrer Kritik an Mao Zedong löste. Sie bildete mit anderen Gruppen eine Mittelgruppe zwischen dem sich entwickelnden Marxismus-Leninismus-Maoismus, dem Hoxhaismus und einer Orientierung an Mao Zedongs Denken.

Broschüren
Theorieorgan „Theorie und Praxis des Marxismus-Leninismus“ herausgegeben vom Marxistisch-Leninistischen Studienkreis der MLPÖ
- Nr. 2 1978 – Kritik der Drei Welten Theorie durch die TKP/ML Auslandsorganisation
- Nr. 3 1978 – Kritik der KP Japans (Linke) an der Drei Welten Theorie
- Nr. 1 1979 – Der Kampf Stalins und der Kominform gegen den Titorevisionismus
- Nr. 3 1979 – Der Kampf der RKP Chiles gegen die revisionistische Linie der KP Chinas. Offener Brief der RKP Chiles an die KP Chinas November 1977
- Nr. 4 1979 – Gemeinsame Erklärung der KP Kolumbiens ML, der RKP Chiles, der KPML Ecuador, der Partei Rote Fahne Venezuelas, vom 30.September 1978

