Hier findet ihr Texte indischer Kommunist:innen, Organisationen und Zeitschriften aus dem aktuellen Volkskrieg und anderen Zeitabschnitten der indischen Revolution.

Communist Party of India (Maoist)
Die CPI (Maoist) ist ein Vereinigungsprojekt verschiedener maoistischer Parteien und Gruppen, die bereits bewaffnet gegen den indischen Staat kämpften. 2004 gegründet, überwand sie damit die tiefen Spaltungslinien der maoistischen Linken Indiens. Sie steht in der Tradition des Aufstands von Naxalbari 1967, der den bewaffneten Kampf wieder auf die Tagesordnung der kommunistischen Bewegung setzte. Mit verschiedenen Frontorganisationen und der Peoples Liberation Guerilla Army kämpft sie vor allem in den wenig industrialisierten Gebieten Indiens im Osten und Norden, wo viele ethnische Minderheiten leben. Vorläufer der CPI (Maoist) waren auch in der RIM aktiv. In den letzten Jahren starben viele Mitglieder durch Hinrichtungen des Staates nach ihrer Gefangennahme. 2025 und 2026 spaltete sich ein Teil der CPI (Maoist) ab und ergab sich dem Staat. Entgegen der Behauptungen des indischen Staates ist die maoistische Bewegung Indiens, trotz extremer Repression auch gegen andere Aktivist:innen, nicht zerschlagen.
- Urbane Perspektive In: Internationale Debatte 6
- Urbane Perspektive, FLP
- China – Eine moderne sozialimperialistische Macht.
- Marxismus-Leninismus-Maoismus-Grundkurs, FLP
Anuradha Ghandy
Anuradha Ghandy (1954 – 2008) war eine Kaderin der CPI (Maoist) und davor der CPI (ML) Peoples War. Sie war seit Anfang der 1980er im Untergrund aktiv und organisierte Frauen, Adivasis (unterdrückte, ethnische Minderheiten in Indien) und Dalits (sog. Kastenlose – Unterdrückte im Kastensystem). Sie schrieb wichtige theoretische Beiträge zum proletarischen Feminismus, zur Kastenunterdrückung und zu Organisationsfragen. Sie starb 2008 an Malaria im Untergrund.

- Philosophische Strömungen in der feministischen Bewegung.
- Faschismus, Fundamentalismus und Patriarchat

Charu Majumdar
Charu Majumdar / Mazumdar (1918 – 1972) war ein antirevisionistischer und kommunistischer Revolutionär. Er war zunächst aktiv in der Communist Party of India, verließ diese Partei doch mit anderen wegen ihres Revisionismus und beteiligte sich an der CPI (Marxist). Die CPI (Marxist) stellte sich jedoch als ebenso revisionistisch heraus und scheiterte daran die Anliegen der Bäuer:innen und Unterdrückten Indiens aufzugreifen. Der Aufstand von Naxalbari, der Beginn der neuen revolutionären Bewegung Indiens im Jahr 1967 war für Majumdar Startschuss für eine neue Linie. In seinen „Acht Historisch Bedeutsamen Dokumenten“ kritisierte er den Reformismus der indischen Revisionisten und argumentierte für den aktiven bewaffneten Kampf. Nach einigen Organisationsversuchen gründeten er und andere die Communist Party of India (Marxist-Leninist) auf die ein Großteil der maoistischen Bewegung Indiens zurückgeht. Charu Majumdar wurde 1972 im Polizeigewahrsam zu Tode gefoltert.
Ajith (K. Muralidharan / K. Murali)
Ajith (bürg. Name: Kannamballi Muralidharan) ist ein maoistischer Autor und Revolutionär aus dem Bundesstaat Kerala in Südindien. Er war Sprecher und Vorsitzender der Communist Party of India (Naxalbari) die 1998 als revolutionäre Abspaltung der Communist Party of India (Marxist–Leninist) Red Flag entstand. Diese Partei geht auf das Central Reorganisation Committee, Communist Party of India (Marxist–Leninist) zurück, bei der Ajith ebenfalls schon Mitglied war. Das CRC CPI ML war ein Vereinigungsprojekt verschiedener Splitter der ursprünglichen CPI ML und außerdem Mitbegründer des Revolutionary Internationalist Movement (RIM). Die CPI ML (Naxalbari) war Teilnehmer im „Coordination Committee of Maoist Parties and Organisations of South Asia“ und ebenfalls Mitglied im RIM. Die Partei um Ajith orientierte sich an den Volkskrieg führenden indischen Parteien, allen voran der CPI ML (Peoples War) und dem Maoist Communist Centre, die später die CPI (Maoist) bilden sollten. Ajith übernahm 2006 den Parteivorsitz der CPI ML Naxalbari und führte die Partei bis zu ihrer Vereinigung mit der CPI (Maoist) 2014. 2015 wurde er vom indischen Staat verhaftet. Er wurde 2019 aus gesundheitlichen Gründen gegen Kaution aus der Haft entlassen. Er arbeitet bis heute theoretisch und politisch zum Maoismus und aktuellen Zeitfragen. Er ist weiterhin von der Repression betroffen, so stürmte und dursuchte die Polizei 2024 sein Haus und verhaftete ihn für einen kürzeren Zeitraum.


