Peru

Hier findet ihr Texte peruanischer Kommunist:innen, Organisationen und Zeitschriften aus dem Volkskrieg und anderen Zeitabschnitten der peruanischen Revolution.

José Carlos Mariátegui

José Mariátegui (1894 – 1930) war ein marxistischer und kommunistischer Journalist und Politiker. Er arbeitete ab 1909 in verschiedenen journalistischen Positionen. Von 1918 an widmete er sich immer mehr der kommunistischen Bewegung. Er bereiste West-Europa und lernte viele verschiedene revolutionäre Bewegungen und Personen kennen. Er verbrachte insbesondere Zeit in Italien. Nach seiner Rückkehr beteiligte er sich am organisatorischen wie auch theoretischen Aufbau der kommunistischen Bewegung. Unter seiner Leitung wurde 1928 die Partido Socialista Peruano (ab 1930 Partido Comunista Peruano) und 1929 die Gewerkschaft CGTP gegründet. Mariátegui wendete als erster den Marxismus auf die südamerikanischen Verhältnisse an. Nahezu alle peruanischen Linken beziehen sich bis heute auf seine theoretischen Arbeiten, die auch in anderen südamerikanischen Ländern einflussreich waren. 1930 verstarb Mariátegui mit nur 35 Jahren.

Partido Comunista del Perú (PCP)

Die Partido Comunista del Perú (PCP) entstand 1968 aus den Linienkämpfen in der peruanischen kommunistischen Bewegung als revolutionäre und antirevisionistische Organisation die sich auf Mao Zedongs Ideen berief. 1980 begann die PCP einen Volkskrieg gegen den peruanischen Staat. Die Partei und ihre Armee waren in großen Teilen des Landes verankert und stützten sich insbesondere auf die Landbevölkerung als Hauptmacht der peruanischen Revolution. Zur Hochzeit des Volkskriegs Ende der 1980er hatte die Partei die Neudemokratische Republik in weiten Teilen des Landes etabliert. Die PCP und ihr Vorsitzender Abimael Guzmán (Presidente Gonzalo) hatten einen großen Anteil an der Formulierung des Marxismus-Leninismus-Maoismus in den 1980er Jahren. Sie war Mitglied der RIM. Ihre konkrete Linie nannte die Partei ab 1988 „Gonzalo Gedanken“. Ab 1992 intensivierte der peruanische Staat die Repression gegen die PCP und führte faschistische Taktiken ein. 1992 wurde Abimael Guzmán zusammen mit anderen Mitgliedern des Zentralkomitees gefangen genommen. Der Staat verbreitete daraufhin ein angeblich von Guzmán verfasstes Waffenstillstandsangebot, woraufhin ein Teil der PCP den Volkskrieg einstellte. Der weiterkämpfende Teil der Partei wurde dann von einer Gruppe um das ZK-Mitglied Óscar Ramírez Durand (Camarada Feliciano) angeführt, welcher 1999 durch Verrat ebenfalls gefangen genommen werden konnte. Von da an bestand kein ZK mehr und die Partei zersplitterte in verschiedene Regionalkommandos und die Aktivitäten sanken deutlich. Bis heute sind einige dieser Splitter unter dem Namen PCP bzw. Abwandlungen in Peru wie auch im Ausland aktiv, mit unterschiedlichen Linien. In bürgerlichen Medien wird die Partei zur Abgrenzung auch Sendero Luminoso genannt. Abimael Guzman verstarb 2021 in Gefangenschaft.